Vom besonderen Charme schattiger Gartenplätze

Zu Unrecht gelten sie als Problemfälle, die schattigen Ecken im Garten, auf die wenige oder keine direkten Lichtstrahlen fallen. Mit ein wenig gärtnerischer Kreativität werden aus den dunkelsten Zonen nämlich wahre Paradiese, wenn Sie sich erst einmal mit dem besonderen Charme von Schattenpflanzen angefreundet haben und ein paar spezielle Tipps beachten.

Als erstes gilt es, die Bodenbeschaffenheit näher zu betrachten, die natürlich auch durch den Standort bedingt ist. Schatten entsteht durch aufragende Objekte wie Mauern bzw. Hauswände sowie Bäume und Hecken. Diese entziehen nicht nur Licht, sondern auch Regen und lassen den Boden zu Trockenheit tendieren. Erschwerend kommt hier dazu, dass Gärtner Böden, auf die keine Sonne fällt, im Sommer schnell mal „vergessen“ und sich scheinbar durstigerer Erde widmen. Da hilft es, die schattigen Stellen zuerst zu gießen und eventuell die Wasserspeicherung von eher sandigen Böden mit Lehmzugabe zu optimieren.

Essenziell ist auch, die speziellen Bedürfnisse der Schattenpflanzen zu berücksichtigen, die oft aus Waldgebieten stammen, in denen der Boden sehr humushaltig ist. Hier lohnt sich eine Vorabbehandlung mit Rindenhumus oder Kompost – vor allem Laubkompost, sonst eher problematisch, lieben Schattenpflanzen! Sie können deshalb im Herbst Schattenbepflanzungen auch mit Falllaub mulchen. Falls Bäume oder Sträucher die Schattenspender sind, kann dies eine starke Verwurzelung des Bodens nach sich gezogen haben. Dann brauchen die neuen Pflanzen eine extra Schicht Erde; 20 Zentimeter Höhe sind dabei ein guter Start.

An Pflanzen selbst gibt es eine reichere Auswahl, als oft gedacht – natürlich immer abhängig von der Art und dem Ausmaß des Schattens. Im Vollschatten gedeihen wirklich nur noch Moose. Da käme dann der in Deutschland unbekannte, aber in Japan hochschätze Moosgarten mit unterschiedlichen Exemplaren dieser Art zur Geltung. Bei den anderen Schattenarten, vom Flimmerschattemn über den offenen Schatten bis zum Halbschatten sind Farne und Funkien außerordentlich spannende Pflanzen, aber auch Blüher wie Rhododendren.

Sie alle gedeihen im Dämmrigen. Bei der Blütenauswahl helfen zusätzlich ein paar optische Tricks. So hellen starke Farbkontraste dunkle Orte auf. Als Farbspektrum bieten sich gelbe, orangene und weiße Blumen eher an als dunkelblaue oder dunkelrote. Eine besonders reizvolle gärtnerische Herausforderung besteht darin, das Augenmerk von der Blüte auf das Blatt zu verlegen. Schattenpflanzen bestechen nämlich durch ihre oft weiche Textur, außergewöhnlichen Blattformen und üppigen Blattgrößen. Botanisch erklärt sich dies durch die so ermöglichte Photosynthese selbst bei geringen Lichtmengen. Oft entwickeln sie zudem wunderbare, leuchtende Fruchtstände und harren bis in den Winter aus, während alle Sonnenstauden längst die Blüten gelassen haben.

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