Archiv für den Monat: Juni 2013

Jetzt noch Rhododendron pflanzen

So richtig kommen mag der Sommer in diesem Jahr noch nicht. Ein Gutes hat die ausbleibende Sonne aber: Die Pflanzzeiten mancher Gartenlieblinge verschieben sich nach hinten. So können beispielsweise auch noch die letzten Juni- und ersten Juliwochen genutzt werden, um neue Rhododendron- und Azaleensträucher zu pflanzen. Beide lassen sich nämlich einbringen, solange es nicht sehr heiß ist. Der Vorteil: Oft blühen die Neuzugänge nun schon. So lässt sich die Farbgestaltung des Garten leichter planen, als mit Pflanzen, deren Blütenfarbenspektrum nur vom Foto bekannt ist.

Die wichtigste Grundlage für den in dieser Hinsicht anspruchsvollen Rhodendron ist neben der Lage, die meisten wissen es, ein optimaler Boden. Seine Anschaffung ist deshalb in jedem Fall eine gute Gelegenheit, sich mal mit der Bodenbeschaffenheit des eigenen Gartens und dem Selbermachen des perfekten Humusmixes zu beschäftigen.

Zuerst sollte der pH-Wert des Bodens bestimmt werden. Hierzu eignen sich pH-Wert-Teststäbchen, die es in jedem Baumarkt und einigen Drogeriemärkten gibt. Eine Probe des Bodens wird mit destilliertem Wasser vermengt und dann gemäß Herstellerangaben mit dem Teststäbchen in Kontakt gebracht. Der pH-Wert lässt sich mittels der Farbcodierung bestimmen. Rhododendron und Azaleen benötigen sauren Boden. Davon wird zwar schon bei einem pH-Wert unter 7 gesprochen; für diese speziellen Pflanzen ist allerdings ein pH-Wert von etwa 4-5,5 ideal.

Weicht der pH-Wert des Gartenbodens nur leicht ab, wird oft die Einarbeitung von Torf in die vorhandene Erde empfohlen. Tatsache ist aber, dass die Verwendung von Torf aufgrund des zunehmenden Abbaus von Torfmooren als Biotop ziemlich umweltschädlich ist. Zum Glück gibt es gleichwertige und sogar höherwertige Alternativen. So ist eine individuelle Mischung aus selbst angesetztem Kompost, Rindenhumus (nicht zu verwechseln mit Rindenmulch!) und Kokosfasern ideal.

Dies gilt allerdings nur, wenn der Boden nicht zusätzlich deutlich kalkhaltig ist. Dies ist immer dann der Fall, wenn der pH-Wert sehr hoch ist. Alternativ können Sie den Kalkgehalt Ihres Bodens abschätzen, indem Sie über eine entnommene Bodenprobe verdünnte (10%ige) Salzsäure gießen. Braust die Mischung anhaltend oder nicht anhaltend stark auf, sollten Sie die Erde im Aushub für Ihren neuen Rhododendron komplett austauschen. Sie brauchen dabei genug neuen Humus pro Pflanze, um ein 50 cm tiefes Loch mit einem Durchmesser von mindestens 150 cm zu befüllen.

Natürlich können Sie hierfür die bekannte Rhododendronerde kaufen. Eine perfekte Pflanzmischung ist aber auch leicht selbst gemacht und viel ergiebiger. Mischen Sie einfach Rindenkompost, sauberen Sand und abgelagerten Kuhmist im ausgewogenen Verhältnis. Der Kuhmist sollte mindestens ein halbes Jahr auf dem Buckel haben. Es lohnt sich also in jedem Fall aufgrund seiner vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten im Herbst nach einem ökologisch arbeitenden Bauer Ausschau zu halten und mit diesem eine entsprechende „Abholvereinbarung“ zu treffen.

Bambus – ein raschelndes Gartenvergnügen

Solitaer-BambusEs regnet. Und regnet. Zeit, einer besonderen Pflanze die Ehre zu geben, der es gar nicht feucht genug sein kann (auch wenn sie Staunässe verabscheut) und die außerdem noch für langes Leben steht: Dem Bambus. Er gehört zu den Ziergräsern, besitzt aber absolut einmalige Charakteristika, die keinem anderen Gras eigen sind und ihn zu einem unvergleichlich eleganten und dabei doch pflegeleichten Gartengestaltungselement machen.

Vor allem als Sichtschutz und zur Gestaltung abgetrennter, romantischer Ecken und Rückzugswinkel eignet sich diese ursprünglich aus China kommende Pflanze ideal. Sie wächst konkurrenzlos schnell; innerhalb eines Jahres kann mit Bambus eine undurchblickbare Hecke angelegt sein, denn vom Austrieb bis zum Auswachsen auf die endgültige Höhe braucht der Bambus nur eine Saison.

Dabei wirkt er nie wuchtig, sondern vergrößert sogar kleine Gärten optisch. Selbst im Winter sieht diese immergüne Pflanze frisch und frühlingshaft aus und besticht das ganze Jahr über durch ein dezentes, aber sehr lebendig klingendes, spürbar entspannendes Rascheln. Wer die asiatische Komponente seiner Bambusbepflanzung noch betonen möchte, ergänzt seinen kleinen Hain durch einen steinernen Buddha oder eine Reihe verschieden großer Findlinge.

Phyllostachys aureosulcataWenn einige essenzielle Pflanz- und Pflegekriterien wie sein hoher Stickstoffbedarf berücksichtigt werden, ist der Bambus eine äußerst dankbare Pflanze. Beim Kauf muss allerdings unbedingt darauf geachtet werden, ob die Wurzelstöcke (Rhizome) der gewählten Sorte sich unterirdisch ausbreiten oder nicht. Falls es sich um eine wuchernde Sorte handelt, kommt man um eine Rhizomsperre nicht herum. Ansonsten bietet sich die Möglichkeit der Kübelpflanzung an. Bambus wirkt auch in Töpfen zusammengestellt sehr natürlich und bietet so eine wunderbare Möglichkeit, auch auf der Terrasse oder dem Balkon für asiatisches Flair zu sorgen.