Jetzt noch Rhododendron pflanzen

So richtig kommen mag der Sommer in diesem Jahr noch nicht. Ein Gutes hat die ausbleibende Sonne aber: Die Pflanzzeiten mancher Gartenlieblinge verschieben sich nach hinten. So können beispielsweise auch noch die letzten Juni- und ersten Juliwochen genutzt werden, um neue Rhododendron- und Azaleensträucher zu pflanzen. Beide lassen sich nämlich einbringen, solange es nicht sehr heiß ist. Der Vorteil: Oft blühen die Neuzugänge nun schon. So lässt sich die Farbgestaltung des Garten leichter planen, als mit Pflanzen, deren Blütenfarbenspektrum nur vom Foto bekannt ist.

Die wichtigste Grundlage für den in dieser Hinsicht anspruchsvollen Rhodendron ist neben der Lage, die meisten wissen es, ein optimaler Boden. Seine Anschaffung ist deshalb in jedem Fall eine gute Gelegenheit, sich mal mit der Bodenbeschaffenheit des eigenen Gartens und dem Selbermachen des perfekten Humusmixes zu beschäftigen.

Zuerst sollte der pH-Wert des Bodens bestimmt werden. Hierzu eignen sich pH-Wert-Teststäbchen, die es in jedem Baumarkt und einigen Drogeriemärkten gibt. Eine Probe des Bodens wird mit destilliertem Wasser vermengt und dann gemäß Herstellerangaben mit dem Teststäbchen in Kontakt gebracht. Der pH-Wert lässt sich mittels der Farbcodierung bestimmen. Rhododendron und Azaleen benötigen sauren Boden. Davon wird zwar schon bei einem pH-Wert unter 7 gesprochen; für diese speziellen Pflanzen ist allerdings ein pH-Wert von etwa 4-5,5 ideal.

Weicht der pH-Wert des Gartenbodens nur leicht ab, wird oft die Einarbeitung von Torf in die vorhandene Erde empfohlen. Tatsache ist aber, dass die Verwendung von Torf aufgrund des zunehmenden Abbaus von Torfmooren als Biotop ziemlich umweltschädlich ist. Zum Glück gibt es gleichwertige und sogar höherwertige Alternativen. So ist eine individuelle Mischung aus selbst angesetztem Kompost, Rindenhumus (nicht zu verwechseln mit Rindenmulch!) und Kokosfasern ideal.

Dies gilt allerdings nur, wenn der Boden nicht zusätzlich deutlich kalkhaltig ist. Dies ist immer dann der Fall, wenn der pH-Wert sehr hoch ist. Alternativ können Sie den Kalkgehalt Ihres Bodens abschätzen, indem Sie über eine entnommene Bodenprobe verdünnte (10%ige) Salzsäure gießen. Braust die Mischung anhaltend oder nicht anhaltend stark auf, sollten Sie die Erde im Aushub für Ihren neuen Rhododendron komplett austauschen. Sie brauchen dabei genug neuen Humus pro Pflanze, um ein 50 cm tiefes Loch mit einem Durchmesser von mindestens 150 cm zu befüllen.

Natürlich können Sie hierfür die bekannte Rhododendronerde kaufen. Eine perfekte Pflanzmischung ist aber auch leicht selbst gemacht und viel ergiebiger. Mischen Sie einfach Rindenkompost, sauberen Sand und abgelagerten Kuhmist im ausgewogenen Verhältnis. Der Kuhmist sollte mindestens ein halbes Jahr auf dem Buckel haben. Es lohnt sich also in jedem Fall aufgrund seiner vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten im Herbst nach einem ökologisch arbeitenden Bauer Ausschau zu halten und mit diesem eine entsprechende „Abholvereinbarung“ zu treffen.

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